Aprilwetter 2020

Von Ausfall bis Omega. Die Dauer eines Tiefdruckgebietes von Amerikas Ostküste bis Europa. Die Kirschblüte während Corona. Viele Ausweichthemen im neuen Beitrag. Denn, eins blieb völlig aus. Das klassische Aprilwetter 2020. Nichts ist so, wie es einmal war. Der April 2020 zeigte dies auch beim Wetter.

Aprilwetter 2020 ein Totalausfall

Was waren das für Zeiten. April, April: Der weiß nicht, was er will. Ein Tag sonnig und warm, ja sogar heiß. Dann wieder kalter Wind mit Schneeschauern. Ein Wechselbad der Wettergefühle.

Seit einigen Jahren gibt es das nicht mehr. Das klassische Aprilwetter gibt es entweder noch im März, wie bereits im letzten Jahr, oder eben gar nicht mehr. Ein Grund dafür ist, dass es im Frühling wiederholt zu einer blockierenden Wetterlage kommt. Der Omega-Wetterlage. Ein starkes Hoch über dem südlichen Skandinavien, Tiefs über dem Balkan im Osten und südwestlich von Island. Die Windströmung läuft um das Hoch herum und bildet visuell auf den Wetterkarten den griechischen Buchstaben Omega. Warum aber dieses blockierende Hoch seit einigen Jahren Ende März, Anfang April entsteht? Könnte man viel spekulieren. Oft ist dies erst im Mai oder Juni zu beobachten. Wir alle erinnern uns noch an die Fußball-WM 2006. Strahlender Sonnenschein. Ursache: die Omega-Wetterlage.

Was zeichnet klassisches Aprilwetter aus?

  • Hohe Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Südeuropa
  • Starke Sonneneinstrahlung
  • Westwetterlage
  • Schnelle Wetterwechsel durch Warm- und Kaltfronten
  • Schnee-, Regen- und Graupelschauer und Gewitter
  • Schneedecke bis ins Flachland
  • Föhn an den Alpen und Hitze
  • und eigentlich alles, was es beim Wetter sonst noch zu beobachten gibt

Atlantiktiefs sorgen endlich für Regen

Wieder stöhnen die Landwirte über Dürre. Jedes Jahr die ausgetrockneten Felder und Wiesen, der Raps blüht nur noch halbgelb. Der Helmholtz-Dürremonitor wird immer dunkelroter. Aber dennoch. Ende April kommt dann doch noch der langersehnte Regen. Gleich mehrere Tiefs verdrängen die starke, blockierende Hochdruckwetterlage. Die Tiefs kommen direkt vom Atlantik. Sie haben sich vor einer Woche an der Ostküste Amerikas auf den Weg gemacht und haben sich mit 80-100 km/h nach Osten bewegt, um die etwa 8.000 km zurückzulegen.

 

Aprilwetter 2020 sonnig und warm mit früher Kirschblüte

Die Kirschblüte 2020 fand sehr früh statt. Während Corona war es sonnig, trocken und warm.

 

Ostwetterlage im März

Was für eine Zeit. In der es schwierig ist, einen klaren Verstand zu behalten. Es gibt nur ein Thema. Wie viele Infizierte des Coronavirus gibt es heute? Wie lange dauert die Ausgangssperre? Behalte ich meinen Job? Das Thema Wetter spielt in diesen Tagen eine untergeordnete Rolle. Oder ist das Wetter doch entscheidend im Kampf gegen das Virus?

Ostwetterlage im März sorgt für klare Luft

Wie ich es im letzten Beitrag angekündigt hatte. Der Winter macht gerade zum Frühlingsanfang noch einmal Ernst. Durch eine Ostwetterlage kam eisige Luft aus Sibirien zu uns. Diese kontinentale Luft wird durch ein Hoch im Baltikum zu uns geführt. Merkmale der Ostwetterlage:

  • Nächte bis unter Minus 10, bei Schnee bis unter Minus 20 Grad
  • im Sommer angenehme 25 bis 30 Grad
  • Strahlblauer Himmel von früh bis spät
  • eisiger Wind im Winter, angenehmes Lüftchen im Sommer
  • extrem trockene Luft, keine Schwüle
  • beste Fernsicht

Durch das Coronavirus wurde die Mobilität nahezu eingestellt. Somit befinden sich generell wenig Schadstoffe durch Flugzeuge und Autos in der Luft. Aber es liegt an der Ostwetterlage, dass die Luft so klar ist. Dreht der Wind auf Südwest, haben wir doch wieder den milchig, dunstigen Himmel. Dafür aber Temperaturen um 20 Grad.

Ist das nun gut oder schlecht im Kampf gegen das Coronavirus?

Mythen, Legenden. Das Netz war voll dieser Tage. Eifrig wurde debattiert. Hat das Wetter einen Einfluss, um die Verbreitung des Virus einzudämmen? Ich finde es ja immer gut, wenn über das Wetter gesprochen wird. Aber man greift hier wohl zum letzten Strohhalm der Hoffnung. Nein das Wetter hat keinen Einfluss. Punkt. Kontakte reduzieren. Abstand. Händewaschen. Hygiene. Das ist, was zählt.

Wichtig ist, wie jedes Jahr Ende März, die Sonne für unser Gemüt. Viele dunkle Wintermonate liegen hinter uns. Und gerade in diesen Stimmungsnegativen Zeiten sorgt die Helligkeit einer März-Mittagssonne an frischer Luft für deutlich bessere Laune. Von daher. Wer kann, sollte mittags raus. Wir blicken dieser Tage mit ganz anderen Augen auf die Frühlingsblüher. Narzissen, Osterglocken, Hyazinthen. Einfach mal stehen bleiben. Sonne und Ruhe genießen. In jeder Krise steckt auch immer eine Chance. Aber natürlich mit ausreichendem Abstand zu unseren Mitmenschen.

Ostwetterlage im März sorgt für tiefblauen Himmel

Tiefblauer Himmel, eisiger Wind. Aber wunderschöne Frühlingsblumen. Die Ostwetterlage im März.

Hier ein Artikel zum Pro und Contra Wetter Einfluss auf Coronavirus.

Sturm im Februar 2020 und kein Ende

Orkantief Sabine sorgte für Chaos. Der Sturm entwurzelte viele Bäume. Schulausfall. Der Bahnverkehr wurde deutschlandweit eingestellt. Ein Tief jagt das nächste. Dazwischen ist es kurz ruhig und frühlingshaft mild. Vom Winter keine Spur.

Sturm im Februar 2020 und kein Ende

Immer am Wochenanfang. Der nächste Sturm. Im wöchentlichen Rhythmus jagen derzeit Sturmtiefs über Europa hinweg. Zum Ende der Woche beruhigt es sich. Dann scheint bei frühlingshaften Temperaturen die Sonne. Es folgt. Na klar. Das nächste Tief mit einer heftigen Kaltfront. Die hat extreme Orkanböen und sogar Gewitter im Gepäck. Ich nenne dieses Wetterereignis die Frühlingsschaukel. Denn mit jeder Woche wird es wärmer.

Erst waren es in der milden Phase zwischen den Sturmtiefs  unter zehn Grad. Dann knapp darüber. Mittlerweile erreichen wir mit Föhn in der milden Südwest-Strömung über 20 Grad. Tja, wenn schon kein Winter. Dann eben Frühling im Februar.

 

Orkantief Sabine sorgte für Chaos.

Orkantief Sabine

Sturm im Februar. Orkantief Sabine sorgte für Chaos.

Orkantief Sabine sorgte für umgestürte Bäume.

Rückblick zum Orkantief Sabine: Sie hatte es wirklich in sich. Das Besondere bei ihr: die Dauer. Über 48 Stunden blies der Wind in voller Sturmstärke. Bei ihrer Kaltfront, die insbesondere in Bayern stark ausgeprägt war, kam es selbst im Flachland zu Orkanböen bis 160 km/h. Weit verbreitet fielen Bäume um und der Strom aus. Gefahr für Leib und Leben. Es war richtig, die Schulen bayernweit zu schließen.

Der Orkan erreichte am 10. Februar zwar seinen Höhepunkt, aber der Sturm ließ kaum nach. Noch in der Nacht zum 11. Februar wurden Orkanböen im Flachland gemessen. Die Böden sind durch den vielen Regen aufgeweicht. Die Bäume durch die beiden letzten sehr trockenen Jahre ohnehin schon geschwächt. Darum wurden sehr viele Bäume entwurzelt.

Der Winter ein Totalausfall?

Im Flachland war der Winter 2019/2020 tatsächlich ein Totalausfall. In manchen Regionen fiel nicht einmal Schnee. Nur in den Bergen hat sich eine Schneedecke bilden können. Aber auch in den Alpen ist das ein schneearmer Winter. Der Winter ähnelt den Wintern 2006/2007 und 2007/2008. Auch damals gab es kaum Wintereinbrüche und nur wenig Schnee. Aber in beiden Fällen gab es Ende März noch einen starken Wintereinbruch und mehrere Tage eine Schneedecke. Dann, wenn keiner mehr Lust darauf hat. Erst dann macht der Winter noch mal Ernst…

Milder Winter 2020

Rekordtemperaturen im Januar, überhaupt kein Schnee im Flachland und in vielen Regionen nicht einmal Nachtfrost. Ohne Zweifel, ein milder Winter 2020. Aber warum ist dieser Winter denn so mild? Und gibt es dafür dann Schnee im März? In diesem Beitrag gehe ich näher darauf ein.

Milder Winter 2020 und kein Ende

Erst der eher milde November. Dann der warme Dezember mit grünen Weihnachten. Nun der sehr milde Januar. Winter mit klirrend kalten Nächten und Schneedecke. Fehlanzeige. Man könnte sagen, wenn der Wurm drin ist dann richtig. Oder ist es gar nicht so schlimm. Kein Eiskratzen. Kein Schneeräumen. Auto fahren ohne lange Staus hinter dem Schneeräumfahrzeug. Passt doch, eigentlich.

Seit Wochen befinden wir uns abwechselnd in einer Südwestströmung oder unter Hochdruckeinfluss. Die Südwestwetterlage entsteht durch ein Tief über Großbritannien und lenkt milde Spanienluft zu uns. Jetzt hat sich das Azorenhoch nach Westen verlagert. Ein riesiges Hoch mit extrem hohem Luftdruck. Über Westdeutschland wurden sogar teilweise Rekorde gebrochen. 1.047 Hektopascal. Normal sind 1.013 Hektopascal.

Im Sommer hätten wir jetzt bestes Badewetter mit über 30 Grad und angenehm, trockene Luft. Im Winter haben wir Hochnebel oder Sonne. Und durch die Inversionswetterlage ist es auf den Bergen sonnig und mild. In den Niederungen dagegen neblig-trüb und kalt. Sogar mit Dauerfrost. Immerhin ein wenig Winter. Aber Niederschlag, also Schnee, fällt bei so einem super Hoch natürlich nicht.

Kommt der Winter erst im März?

Seit Monaten läuft das nun schon so. Entweder ein Mega-Hoch oder die Südwestwetterlage. Nur ein paarmal gelang es der Polarluft, mit ein paar Schneeschauern Mitteleuropa zu erreichen.

Die Polarluft kommt mit einer Nordwestwetterlage zu uns. Dafür müsste ein Tief über Skandinavien entstehen und sich gleichzeitig das Azorenhoch zurückziehen. Eine zweite Möglichkeit für Winterwetter ist ein Hoch im Norden Skandinaviens. Dann hätten wir die Ostlage. Klirrend kalte Luft aus Sibirien käme zu uns. Niederschlagsgebiete aus Westeuropa könnten dann für Schnee sorgen. Danach sieht es aber weit und breit nicht aus.

Dennoch: Es besteht schon noch die Möglichkeit eines Wintereinbruchs und einigen sehr kalten Winter-Wochen. Denn ab Anfang Februar nimmt die Sonneneinstrahlung deutlich zu. Dadurch erwärmen sich die Landmassen deutlicher als die Meere. Durch diese Entwicklung kommt mehr Dynamik in die Wetterküche. Tiefs werden kräftiger und durchbrechen dann die seit Monaten anhaltende Wetterlage.

Ob dann der Märzwinter so heftig wird wie 2013? Oder gar wie 1987? In weiten Teilen des Landes herrschte damals Dauerfrost und heftiges Schneetreiben. Winterfans können als noch ein wenig hoffen.

Hier der Rückblick auf den Märzwinter 2013.

Milder Winter 2020.

Bild: Pixabay

Weiße Weihnachten 2019

Die Frage aller Fragen im Dezember. Gibt es weiße Weihnachten 2019? Der Wunschtraum vieler kommt so selten vor, dass es fast schon zum Mythos wird. Aber warum wird es denn gerade an Weihnachten so warm? Wie sehen die Chancen auf Schnee zum Fest in diesem Jahr aus? In diesem Beitrag erfährst du es.

Weiße Weihnachten 2019? Ganz schwierig.

Im Beitrag Spätherbst habe ich es angedeutet. Im Jahr 2010 gab es das letzte Mal flächendeckend weiße Weihnachten. Damals stellte sich die Wetterlage Ende November um. Durch Polarluft kam der Hochwinter. Nur kurz wurde es im Dezember milder. Meist fiel jedoch Schnee bei Dauerfrost bis ins Flachland. Somit war die Ausgangslage perfekt für Schnee zum Fest.

Dieses Jahr verläuft das Wettergeschehen völlig anders. Ein stationäres Tief liegt über den britischen Inseln. Somit liegen wir in einer Südwestströmung. Fatal. Das kann nur auf grüne Weihnachten hinauslaufen. Milde Luft aus Spanien. Mit Föhneffekten durch die Alpen. So sind knapp 20 Grad möglich. Plus.

Anfang Dezember hat es sich entschieden. Nach einem kurzen Winterintermezzo hätte ein Hochdruckgebiet für Dauerfrost gesorgt. Danach wären Niederschläge als Schnee gefallen. Die Möglichkeit einer weißen Weihnacht wäre enorm hoch gewesen. Aber nein. Somit stehen die Chanchen im Flachland nur bei 10 Prozent. In den Mittelgebirgen oberhalb 800 Meter bei 40 Prozent und nur im Hochgebirge bei 100 Prozent.

Gibt es nicht doch noch eine allerletzte Chance? Man mag es kaum glauben. Ja, die gibt es. Derzeit sieht es so aus, dass das Tief über Großbritannien genau am 24. Dezember nach Osten weiterzieht. Auf der Rückseite würde kalte Polarluft einfließen. Zumindest an den Feiertagen gäbe es dann einen Hauch von Winter. Immerhin.

Ab wann gilt denn ein Weihnachtsfest als weiß? Laut Deutschem Wetterdienst ist das der Fall, wenn an Heiligabend und an den beiden Feiertagen morgens um sieben Uhr mindestens ein Zentimeter Schnee liegt.

Warum ist es an Weihnachten oft so warm?

Das liegt am Weihnachtstauwetter. Dies ist ein Wetter-Ereignis mit sehr häufiger Wahrscheinlichkeit. Eine Singularität im Wetter. Heißt: Auch in einem winterlichen Dezember dreht der Wind genau am 23. Dezember auf Südwest. In milder Luft schmilzt der Schnee dahin. Warum das so ist? Weiß keiner.

Und so entsteht eben ein Mythos. Milder Dezember: Kein Schnee zum Fest. Und kalter Dezember mit Weihnachtstauwetter. Im Schnitt gibt es nur alle drei bis fünf Jahre in Südbayern und alle acht Jahre in Norddeutschland eine Schneedecke an den Weihnachtsfeiertagen.

Hier erfährst du, ob es früher häufiger weiße Weihnachten gab.

 

Ich wünsche Allen ein besinnliches und friedliches grünes Weihnachtsfest.

Weiße Weihnachten 2019.

Bild von Pixabay

 

 

Spätherbst 2019 mit Nebel und Föhn

Der November 2019 ist ein klassischer Spätherbst-Monat. Nur eine kurze wechselhafte Phase. Überwiegend aber Nebel im Flachland und Sonne in den Bergen. Durch eine Südströmung entstand starker Föhn an den Alpen. Und der jährliche Wintereinbruch Ende November? Er verschiebt sich wohl erst in den Dezember. Ist das ein Anzeichen für ein bestimmtes Wetter-Ereignis?

Der Spätherbst ist langweilig

Hochdruck im Herbst. Heißt: meist Nebel für viele. Durch die Inversionswetterlage gibt es die bekannte Problematik. Nur für die Bergregionen gibt es dadurch oft sonniges Wetter. Manchmal sorgt Föhn zumindest am Alpenrand für sonnig, mildes Wetter. Ziemlich langweilig. Ok. Aber es ist eben November und da gehören graue Nebeltage halt dazu.

Föhn am Alpenrand im Spätherbst 2019.

Im Spätherbst kommt es am Alpenrand zu Föhn. Tolle Fernsicht und milde Temperaturen sind die Folge. Selbst vom Flughafen München sieht man die Berge.

 

Aber eins fehlt doch, oder? Ende November. So um den 20ten herum. Da war doch sonst immer der erste Wintereinbruch, oder? Stimmt. Mitte November kommt es häufig zu Tiefdruckeinfluss. Auf der Rückseite der Tiefs fließt kalte Polarluft ein. Schneefälle sorgen für die erste winterliche Episode. Oft bildet sich auch im Flachland eine ordentliche Schneedecke. Und in diesem Jahr? Fehlanzeige. Es geht einfach so weiter. Nebel und Föhn im Wechsel.

Aber der Wintereinbruch kommt. Ganz sicher. Dann eben im Dezember. Ab dem Monatswechsel wird es deutlich kälter. Die Wetterlage stellt sich um. Auf die Nordwestwetterlage. Ja, wenn doch dieses Jahr alles anders ist, gibt es dann auch Hoffnung auf ein bestimmtes Wetter-Ereignis?

Gibt es weiße Weihnachten 2019?

Die Zeichen stehen nicht schlecht. Das letzte Mal gab es 2010 in ganz Deutschland weiße Weihnachten. Und laut Statistik gibt es das alle 9 Jahre einmal. Sprich: 2019 sollte es weiße Weihnachten geben.

Hm. Wie im Fußball. Für alles gibt es eine Statistik. Aber das Wetter ist eben das Wetter. Es hält sich nicht an Statistiken oder an Wunschträume der Werbeindustrie. Denn das Weihnachtstauwetter macht eben häufig einen Strich durch die Rechnung. Aber: Der Wintereinbruch kommt dieses Jahr später als sonst. Das könnte den üblichen Rhythmus verschieben. Besteht also Hoffnung?

Nur wenn es im Dezember kalt bleibt. Im Jahr 2010 kam es Ende November zu einem nachhaltigen Wintereinbruch. Im Dezember kam es häufig zu Dauerfrost. Und reichlich Schnee. Das Weihnachtstauwetter kam am 20. Dezember und pünktlich zu Heiligabend schneite es nahezu landesweit. Ein Wetter-Ereignis wie aus dem Bilderbuch. Die Weichen für eine weiße Weihnacht werden also Anfang Dezember gestellt. Es bleibt spannend.

Mehr zum Mythos weiße Weihnachten erfährst du hier.

 

Nebel im Herbst. Häufig, aber warum?

Der Oktober geht bald zu Ende. Er begann mit Wolken und viel Regen. Zum Ende hin gab es aber doch noch ein paar Tage warmen, goldenen Sonnenschein. Doch wie so oft stimmten in manchen Regionen die Wettervorhersagen nicht. Sonne, 18 Grad? Äh nein. Nebel, 11 Grad. Und das den ganzen Tag. Aber warum gibt es denn im Herbst häufiger Nebel als im Sommer?

Nebel in kühlen Herbstnächten

Ein goldener Oktober wie im Jahr 2018 war die Ausnahme. In diesem Jahr blieb es zwar mild. Aber es gab auch reichlich Regen. Die Dürre ist nun in weiten Teilen des Landes vorbei. Doch ein Wetterthema gibt es immer im Herbst. Da genießt man noch am Tag bei 22 Grad die Sonne. Am nächsten Morgen graue Suppe. Kalt. Neblig.

Was ist da passiert in der Nacht? Zunächst nimmt die Tageslänge im Oktober stark ab. Spätestens um 19 Uhr ist es stockfinster. Die Luft hat also sehr lange Zeit sich abzukühlen. Gute 13 Stunden. Aber auch der Boden kühlt bei klarem Himmel im Herbst stark ab. Sogar noch stärker als die Luft. Es entsteht also ein großer Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht.

Die warme Tagesluft kann mehr Feuchtigkeit speichern als die kalte. Irgendwann kann die kalte Luft die Feuchtigkeit nicht mehr speichern. Sie gibt diese in Form von feinsten Wassertröpfchen ab. Dunst und Nebel entstehen. Also Wolken. Nur am Boden. Da kalte Luft schwer ist und sich immer den tiefsten Punkt sucht, entsteht dieser Vorgang meist in Senken oder Mulden.

Hochdruck und Inversion

Ja schön. Nebelfelder gibt es auch im Juli. Warum bleibts dann aber im Oktober und November im Gegensatz zum Sommer oft den ganzen Tag grau, neblig und kalt?

Der Sonne fehlt im Herbst die Kraft den Dunst wegzubruzeln. Sie steht in flacherem Winkel und geht später auf. Gut für den Nebel. Schlecht für uns. Es bleibt trotz einem Hochdruckgebiet bei kaltem, grauen Wetter. Und dann entsteht auch oft eine Inversionswetterlage. Die kalte Luft hat sich ja am Boden gesammelt. In höheren Luftschichten ist es milder. An der Grenze bildet sich eine graue Wolkendecke. Darunter neblig. Darüber aber kann man in sehr warmer Luft die Sonne genießen. Dann heißt es ab auf den Berg, um dem zähen Dauergrau zu entfliehen.

Hier erfährst du mehr zum Thema Nebel.

Nebel im Herbst ist keine Seltenheit.

Im Herbst keine Seltenheit: Nebel.

 

Herbstwetter – endlich nass und windig

Wechselhaft. Windig und nass. Aber angenehm mild. So präsentiert sich das Herbstwetter 2019. Im letzten Jahr hielt sich der Altweibersommer bis Oktober. Der Regen ist aber bitternötig. Denn viele Monate war es nun zu trocken. Flüsse führen Niedrigwasser und Bäume sind vertrocknet. Eine beispiellose Dürreperiode neigt sich wohl dem Ende entgegen. Bleibt es nun so? Und was ist die Ursache für den Wetterumschwung?

Herbstwetter 2019 durch Westwetterlage

Bis Mitte September dominierten Hochdruckgebiete das Wetter. Nun hat sich aber die Westwetterlage durchgesetzt. Die Tiefs kommen nun direkt vom Atlantik nach Mitteleuropa. Und damit auch der langersehnte Regen.

Eine derartige Wetterlage gab es schon fast zwei Jahre nicht mehr. Dabei ist das die Normalität. Der ewige Wechsel aus Tiefs mit Warm- und Kaltfronten. Und dazwischen Zwischenhochs die für ein paar Tage trockenes Wetter sorgen.

Bleibt das nun so? Eine so massive Umstellung der Wetterlage bleibt. Das heißt aber nicht, dass es nur noch regnet. Durch Föhneffekte und Zwischenhochs kann der Oktober durchaus goldene Tage bringen. Aber sind wir mal ehrlich. Richtiges Herbstwetter darf doch auch regnerisch sein, oder?

Erster Schnee in Russland

Am 23. September gab es in der Region Kasan in Russland den ersten Schnee. Ein Tief über dem westlichen Sibirien schaufelte eiskalte Luft nach Süden. Nicht ungewöhnlich, aber doch ziemlich früh im Jahr.

Ist das ein Vorzeichen eines kalten Winters? Kommt die sibirische Kälte bereits jetzt auch zu uns? Vorsicht vor zu schnellen Rückschlüssen. Denn für einen knackig kalten Winter ist die kalte sibirische Luft tatsächlich eine Grundvoraussetzung. Durch ein starkes Hoch über Skandinavien käme dann diese Frostluft auch zu uns.

Aber: Wir haben erst Ende September. Die Sonne hat auch in Sibirien noch Kraft die Luft zu erwärmen. Die Böden sind noch viel zu warm. Und außerdem haben wir ja eine starke Westwetterlage. Diese versorgt uns mit milder Atlantikluft. Also. Keine Panik. Einen Wintereinbruch wird es so schnell nicht geben. Genießen wir erst mal den herbstlichen Landregen, den wir so lang vermisst haben. Und das bunte Herbstlaub.

Herbstwetter. Nass und windig.

Bild von Pixabay

 

Warmer Sommer 2019. Rekordverdächtig und trocken.

Der Sommer 2019 neigt sich dem Ende entgegen. Zeit für ein kurzes Fazit. Das war doch kein warmer Sommer, oder? Ständig bewölkt. Eher kühl. Manchmal herbstlich. Dieses Gefühl haben viele derzeit. Doch schaut man genauer hin. Und stellt dazu noch einen Vergleich zum Jahrhundertsommer 2018 auf ergibt sich ein anderes Bild.

Warmer Sommer 2019 – echt jetzt?

Bevor man einen Vergleich aufstellt, benötigt man eine Basis. In der Wetterbeobachtung teilt man Sommer, Herbst, Winter und Frühling in jeweils drei Monate auf. Der meteorologische Sommeranfang ist der 01. Juni. Der Sommer endet dann am 31. August. Somit kann man die Jahreszeiten statistisch besser erfassen und vergleichen.

Wir alle haben noch den Jahrhundertsommer 2018 im Kopf. Sonne von April bis Oktober. Dürrekatastrophe. Tropische Nächte. Hitzeperioden. Das prägt sich ein im Kopf. Und im Gefühl. Und genau dieses schafft dann eine verzerrte Wahrnehmung.

Denn: Es ist nicht zu glauben. Der Sommer 2019 war ähnlich warm wie 2018. Echt jetzt? Ja! Die Mitteltemperatur liegt nur um etwa 0,3 Grad auseinander. Wie kann das sein?

Hier mehr zum Thema erfahren!

Die Gründe für den warmen Sommer 2019

Das Gefühl vieler hat recht. Es war etwas bewölkter in diesem Jahr. Diese Bewölkung verhindert nachts die Auskühlung. Somit ergaben sich 2019 viel höhere Nachtwerte als ein Jahr zuvor. Und in der Statistik ergeben sich dadurch eben ähnlich hohe Tagesdurchschnittstemperaturen als letztes Jahr.

Auch wenn etwas weniger die Sonne schien. Gemessen an den normalen Sommern eben doch viel mehr. Und Sonne schafft Wärme. Von Früh an. Und das erhöht natürlich: Genau! Den Durchschnittswert.

Ein weiterer Grund: die beiden Hitzewellen Ende Juni und Juli. Der deutsche Allzeitrekord aus dem Jahr 2015 mit 40,3 Grad in Kitzingen wurde pulverisiert. Unfassbare 42,6 Grad im niedersächsischen Lingen am 25. Juli. Diese hoben natürlich die Temperaturen im Durchschnitt.

Nun hatten wir zwei außergewöhnlich heiße und sonnige Sommer nacheinander. Mal sehen, ob es aufgrund der globalen Klimaveränderung so weiter geht. Oder ob man im Jahr 2020 doch – wie bei uns üblich – häufig abends die Jacke braucht. Das kennt man ja gar nicht mehr, oder?

Warmer Sommer 2019 auch an der Ostsee.

Warmer Sommer 2019. Viel Sonne und hohe Temperaturen von den Alpen bis zur Küste.

 

Nordwestwetter oft Mitte Juli

Wieder Mitte Juli. Und wieder ist es kühl und regnerisch. Mit vielen Schauern und Gewittern. Hitze und Sonnenschein finden im Juli wohl nur zu Beginn und am Ende statt. Ursache für die kühlen Temperaturen Mitte Juli ist das Nordwestwetter. Was ist das genau? Und was hat das Ganze mit dem Mittelalter zu tun?

Nordwestwetter auch schon im Juli 2018

Genau vor einem Jahr erwischte uns das Islandtief Mitte Juli. Im so trockenen Sommer 2018 eine kurze nasse Verschnaufpause. Eine mächtige Kaltfront sorgte damals für Dauerregen.

Dieses Jahr haben wir die exakt gleiche Ausgangslage. Ein Islandtief schickt uns aus Nordwesten kühle Luft und viele Schauer. Die Nordwestwetterlage zeichnet sich durch sehr kalte Luft in der Höhe aus. Zusammen mit der hochstehenden Sonne entstehen bei uns kurze, aber heftige Schauer und Gewitter. Und nebenbei faszinierende Wolkenformationen. Einzig der Dauerregen fand dieses Jahr nicht statt.

Im Winter kommt diese Wetterlage häufig vor. Dann ist sie eher als mild einzustufen. Mit Matschwetter. Schnee-, Regen-, und Graupelschauer im wilden Wechsel. Oberhalb 400 Metern bildet sich dann häufig eine Schneedecke. Für die Mittelgebirge und die Alpen ist sie ein echter Schneegarant.

Mittelalter? Wetter? Wie passt das zusammen?

Im beschaulichen oberbayerischen Dörfchen Kaltenberg finden Mitte Juli immer die Ritterturniere statt. Mit Ritterkämpfen, Gauklern und einem Mittelalter-Markt. Ein riesen Event. Die Eselsbrücke sei erlaubt. Mitte Juli ist gleich Kaltenberg ist gleich kalt. Sollten die Organisatoren sich nach 40 Jahren mal überlegen, die Veranstaltung um ein Wochenende zu verschieben? Generell gilt wohl im Juli: Anfang und Ende sind sommerlich heiß.

Sag mal jan wettert, wie geht der Sommer weiter?

Gemach, Gemach. Jetzt müssen wir erst aus der Nordwestwetter-Spirale raus. Das geschieht bereits. Das Azorenhoch wird stärker und schiebt sich weiter nach Osten. Nach und nach profitieren wir davon.

Sonne und Hitze kehren zurück. Sollte sich der Ableger dieses Azorenhochs bei uns verankern. Eine längere Sommerphase entsteht Stück für Stück. Jeden Tag ein bisschen wärmer. Drei Wochen hält das dann an. Höhepunkt Anfang August.

Ab 10. August entscheidet es sich dann. Biegen wir ab in einen super Frühherbst wie 2018 oder wird es normal. Mit Schauern, aber auch normaler Sommerwärme. Hierzu traue ich mir aber lediglich eine vage Prognose zu: eher normal…

Nordwestwetter sorgt für spektakuläre Wolkenbilder.

Nordwestwetter im Juli mit spektakulären Wolkenformationen.

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