Schneekatastrophe 2019 in den Bergen

Schneekatastrophe, Schneechaos, Rekordwinter! An Superlativen mangelt es nicht in der medialen Berichterstattung über die intensiven Schneefälle im Alpenraum. Klar. Es ist Januar. Da fällt in den Bergen üblicherweise Schnee. In manchen Jahren auch viel Schnee. Dieses Jahr kommen aber ein paar Sonderfaktoren zusammen, die tatsächlich zum Schneerekord führten. Welcher ist das und welche Wetterlage war der Auslöser?

Hoch Angela gegen Tief Donald

Kein Witz! Wetter trifft Weltpolitik. Die Namen der Hochs in diesem Jahr sind weiblich, die der Tiefs männlich. Hoch Angela ist sehr stabil zwischen den Azoren und dem Ärmelkanal und Nordfrankreich zu finden. So weit, so gut. Aber was macht denn Tief Donald über Nordskandinavien?

Er sorgt für Chaos in Europa! Und er drückt mit seinen Wetterfronten intensive Niederschläge von Nordwesten gegen die Alpen. Diese werden mit starkem Wind gegen diese natürliche Barriere regelrecht gepresst und ausgequetscht. Diese Wetterlage nennt man Nordstau. Diese sind berüchtigt für intensive Schneefälle in den Nordalpen. Gerade, wenn diese über einen längeren Zeitraum anhalten. Im Süden, also etwa ab dem Brenner, herrscht dagegen Föhn mit Wärme und Trockenheit.

Wetterkarte am 11.01.2019. Tief Donald sorgt für die Schneekatastrophe.

Quelle Screenshot: www.wetteronline.de

Bereits 300 cm Schnee in den bayerischen Bergen

Schnee im Januar gibt es so gut wie immer. Es gibt aber eine Besonderheit in diesem Jahr. Die Nordstauwetterlage hält jetzt nun schon zwei Wochen an. Immer wieder drücken Tiefs über Skandinavien und Nordrussland Niederschläge gegen die Alpen.

Weiterhin ist es nicht so extrem kalt. Das intensiviert die Niederschläge noch, da wärmere Luftmassen mehr Feuchtigkeit speichern können. Es ist aber ausreichend kalt für Schnee. Und das bereits in Regionen oberhalb 600 Meter Meereshöhe. Also eben auch dicht besiedelte Regionen rund um München und südlich davon. Darunter schneit es mal, dann taut es wieder weg.

In den betroffenen Regionen machen 80 cm Schnee, wie in Holzkirchen, eben Hunderttausende Pendler massiv zu schaffen. Und führen zur Schneekatastrophe und Auslösen des Katastrophenfalls. Anders hingegen als auf dem Wendelstein in den bayerischen Voralpen. Dort stören die 3 Meter Schnee eben nur die Tierwelt, die kaum noch Futter finden und sich nicht mehr bewegen können.

Aber: Auch das ist ein Rekord. Anfang Januar wurden dort in den letzten 20 Jahren derartige Schneehöhen nicht erreicht. Die höchsten Schneehöhen werden hier erst Ende März erreicht. Mal sehen, ob in diesem Jahr noch Allzeitrekorde purzeln.

Zwischenhoch sorgt für Ende der Schneekatastrophe

Das Azorenhoch schiebt einen Ableger nach Mitteleuropa und stoppt vorerst die seit zwei Wochen andauernde Wetterlage. Eine Entspannung also. Zwei Wetterlagen könnten in den Bergen für weitere Schneefälle sorgen.

Zum einen eine Rückkehr zur Nordstauwetterlage und zum Anderen die 5b Wetterlage. Diese würde genau vom Chiemgau bis in die Berchtesgadener Alpen für weitere dramatische Schneemengen sorgen. Diese kommt häufig im Februar vor. Die Schneekatastrophe könnte somit in den Bergen bis weit ins Frühjahr hinein ein Dauerthema sein.

Blaues Auto auf Parkplatz inmitten rießiger Schneeberge. Ort in Österreich.

Nach der Schneekatastrophe 2019 in Bayern und Österreich. Rießige Schneeberge türmen sich auf.

Winterliche Bergkulisse mit viel Schnee. Blauer Himmel. Im Vordergrund ein sehr großer Schneehaufen. Im Hintergrund der Berg Watzmann. Rechts ein bäuerliches Haus mit Schnee auf dem Dach.

Der Katastrophenfall wurde aufgehoben. Nun ist es ein Wintermärchen mit eisigkalten Tagen und Nächten.

Tiefverschneite Berghütte

So und ähnlich sieht es derzeit in den Nordalpen aus.

 

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