Föhn – der warme Fallwind

Föhn – immer gut, wenn es einem schlecht geht

Der Föhn muss eigentlich immer herhalten im bayerischen Oberland. Bei Kopfschmerzen, Unwohlsein und Gliederschmerzen. Dabei ist es eine der markantesten Besonderheiten beim Wetter die wir kennen. Wunderschöne linsenförmige Wolken, beste Fernsicht und mildes, sonniges Wetter. Was will man eigentlich mehr?

SĂŒd- und SĂŒdwestwinde

Wir nehmen an, ein Tiefdruckgebiet nĂ€hert sich Mitteleuropa vom Atlantik aus. Wir nehmen weiter an, es zieht ĂŒber das nördliche Frankreich oder dem Ärmelkanal. Um ein Tiefdruckgebiet fließen die Winde gegen den Uhrzeigersinn. Heißt also, bei uns in Deutschland stellt sich eine SĂŒd- bis SĂŒdwestwindwetterlage ein. Diese Winde sind in jeder Jahreszeit mild und kommen aus SĂŒdfrankreich und Spanien bzw. dem Mittelmeerraum zu uns. Es gibt sogar das PhĂ€nomen, dass die Luft aus Nordafrika angesogen wird. Wenn das Tief sich kaum nach Osten weiterbewegt, weil ein starkes Hochdruckgebiet ĂŒber der Ostsee oder Osteuropa dagegen hĂ€lt, dann bleibt diese Wetterlage ĂŒber Tage hinweg bestehen. In diesem Fall kommt es zum seltenen PhĂ€nomen, dass sogar Sand aus der Sahara bis zu uns transportiert wird.

Föhn in den AllgÀuer Alpen am 1. Oktober 2019

Föhn – ein Gebirge ist immer im Weg

Nun sind auf dem Weg zu uns einige Gebirge im Weg, das grĂ¶ĂŸte natĂŒrlich die Alpen. Über diese Bergkette strömen diese warmen Luftmassen. Auf der einen Seite des Gebirgsmassives (Luv), also z.B. in Norditalien sind diese Luftmassen mit Feuchtigkeit angereichert, sie mĂŒssen aufgrund der natĂŒrlichen Barriere in die Höhe ausweichen. Die Feuchtigkeit kondensiert, es entstehen Wolken und NiederschlĂ€ge. Durch Staueffekte sind dann starke NiederschlĂ€ge mit entsprechenden Auswirkungen keine Seltenheit. Die Temperaturen nehmen je 100 Meter Höhe um 1 Grad Celsius ab.

Ab dem Alpenzentralmassiv nordwĂ€rts (Lee) fallen diese Luftmassen in rasanter Geschwindigkeit in die TĂ€ler ab. Oft pfeift der Wind in den Bergen in OrkanstĂ€rke um die Gipfel. Hierbei lösen sich die Wolken auf, es ist sonnig, ja fast makellos blau. Es entstehen einige wunderschöne linsenförmige Föhnwolken „Altocumulus lenticularis“. Die Temperaturen steigen je 100 Meter Höhe um 1,5 Grad an. Es ist keine Seltenheit, dass auch im Winterhalbjahr in den betroffenen Gebieten der Nordalpen oder des Alpenvorlandes ĂŒber 20 Grad gemessen werden. Dabei herrscht beste Fernsicht. Eigentlich ein perfekter Tag zum Wandern. Ja wenn, ja wenn nicht dieser Kopfschmerz wĂ€re…

Der Föhnsturz

Der Föhnhöhepunkt lĂ€uft hĂ€ufig mit der Temperaturspitze am frĂŒhen Abend zusammen. Der Himmel wird plötzlich fahl und milchig. Die Kaltfront des Tiefdruckgebietes nĂ€hert sich von Nordwesten ĂŒber die Donau sĂŒdwĂ€rts. Der Himmel verfinstert sich immer mehr. Unfassbar schöne Wolkenformationen entstehen. Plötzlich kommt es noch in trockener Luft zu starken Windböen, am Horizont blitzt es heftig. Die Kaltfront macht dem Föhn mit heftigen Gewittern den Gar aus. Rasch sinken die Temperaturen auf ein Normalmaß ab und den vielen schweren Köpfen geht es sichtlich besser. Am lĂ€ngsten hĂ€lt sich der Föhn vom Chiemsee bis nach Berchtesgaden.

In den darauffolgenden Stunden legt sich die Kaltfront am Alpenrand fest und regnet sich mit Staueffekten krĂ€ftig aus. Die Schneefallgrenze sinkt oft in die Tallagen ab. Wo man gerade noch seine Radlermaß im Freien genießen konnte, ists nun trĂŒb, naß und fast schon winterlich. Auf der AlpensĂŒdseite hingegen entsteht, wie soll es anders sein, natĂŒrlich eine Föhnwetterlage. Update: am 24.10.2018 wurde sĂŒdlich der Alpen durch starken Föhn ĂŒber 30 gemessen. Alpen Nordfoehn

Eine der bekanntesten Föhnwetterlagen geht mit einer weiteren Besonderheit beim Wetter einher, dem Weihnachtstauwetter.

Der Föhn sorgt nicht nur fĂŒr Kopfschmerzen, sondern auch fĂŒr milde Temperaturen und tolle Wolkenformationen. (Bild: Creative Commons: https://pixabay.com/de/landschaft-berge-alpen-föhn)

Der Föhn sorgt nicht nur fĂŒr Kopfschmerzen, sondern auch fĂŒr milde Temperaturen und tolle Wolkenformationen.