Nordwestwetter oft Mitte Juli

Wieder Mitte Juli. Und wieder ist es kĂŒhl und regnerisch. Mit vielen Schauern und Gewittern. Hitze und Sonnenschein finden im Juli wohl nur zu Beginn und am Ende statt. Ursache fĂŒr die kĂŒhlen Temperaturen Mitte Juli ist das Nordwestwetter. Was ist das genau? Und was hat das Ganze mit dem Mittelalter zu tun?

Nordwestwetter auch schon im Juli 2018

Genau vor einem Jahr erwischte uns das Islandtief Mitte Juli. Im so trockenen Sommer 2018 eine kurze nasse Verschnaufpause. Eine mĂ€chtige Kaltfront sorgte damals fĂŒr Dauerregen.

Dieses Jahr haben wir die exakt gleiche Ausgangslage. Ein Islandtief schickt uns aus Nordwesten kĂŒhle Luft und viele Schauer. Die Nordwestwetterlage zeichnet sich durch sehr kalte Luft in der Höhe aus. Zusammen mit der hochstehenden Sonne entstehen bei uns kurze, aber heftige Schauer und Gewitter. Und nebenbei faszinierende Wolkenformationen. Einzig der Dauerregen fand dieses Jahr nicht statt.

Im Winter kommt diese Wetterlage hĂ€ufig vor. Dann ist sie eher als mild einzustufen. Mit Matschwetter. Schnee-, Regen-, und Graupelschauer im wilden Wechsel. Oberhalb 400 Metern bildet sich dann hĂ€ufig eine Schneedecke. FĂŒr die Mittelgebirge und die Alpen ist sie ein echter Schneegarant.

Mittelalter? Wetter? Wie passt das zusammen?

Im beschaulichen oberbayerischen Dörfchen Kaltenberg finden Mitte Juli immer die Ritterturniere statt. Mit RitterkĂ€mpfen, Gauklern und einem Mittelalter-Markt. Ein riesen Event. Die EselsbrĂŒcke sei erlaubt. Mitte Juli ist gleich Kaltenberg ist gleich kalt. Sollten die Organisatoren sich nach 40 Jahren mal ĂŒberlegen, die Veranstaltung um ein Wochenende zu verschieben? Generell gilt wohl im Juli: Anfang und Ende sind sommerlich heiß.

Sag mal jan wettert, wie geht der Sommer weiter?

Gemach, Gemach. Jetzt mĂŒssen wir erst aus der Nordwestwetter-Spirale raus. Das geschieht bereits. Das Azorenhoch wird stĂ€rker und schiebt sich weiter nach Osten. Nach und nach profitieren wir davon.

Sonne und Hitze kehren zurĂŒck. Sollte sich der Ableger dieses Azorenhochs bei uns verankern. Eine lĂ€ngere Sommerphase entsteht StĂŒck fĂŒr StĂŒck. Jeden Tag ein bisschen wĂ€rmer. Drei Wochen hĂ€lt das dann an. Höhepunkt Anfang August.

Ab 10. August entscheidet es sich dann. Biegen wir ab in einen super FrĂŒhherbst wie 2018 oder wird es normal. Mit Schauern, aber auch normaler SommerwĂ€rme. Hierzu traue ich mir aber lediglich eine vage Prognose zu: eher normal…

Nordwestwetter sorgt fĂŒr spektakulĂ€re Wolkenbilder.

Nordwestwetter im Juli mit spektakulÀren Wolkenformationen.

Islandtief im Juli – ein Wochenende erwischt es immer

Sonne, ĂŒber 30 Grad. Ja so funktioniert der Juli. Eine bestĂ€ndige Hochdruckwetterlage sorgt drei Wochen lang fĂŒr trockenen und heißen Sonnenschein. Lediglich ein paar Gewitter ĂŒber den Bergen sorgen dort fĂŒr kurzzeitige AbkĂŒhlung. Doch was ist denn das? Genau zum Wochenende Dauerregen? Woran liegt das? Das Islandtief!

Huh! Die IslĂ€nder sorgen fĂŒr Erfrischung

Das ist schon ein spannendes Völkchen. Die IslĂ€nder. Mit ihrem Schlachtruf in den Fußballstadien sorgen sie immer wieder fĂŒr Aufsehen. Und in ganz Europa sind sie gefĂŒrchtet. Aber nicht etwa wegen ihrer furchteinflĂ¶ĂŸenden Stimmgewalten. Nein! Ein besonderes Tief sorgt auch im Juli in Europa oft fĂŒr Unbehagen. Das Islandtief.

Wenn man sich derzeit die Wetterkarten so ansieht, dann ist das sehr typisch fĂŒr einen ganz normalen Sommer. Der tiefste Druck befindet sich exakt ĂŒber Island. Das Hochdruckgebiet genau ĂŒber den Azoren. Das Tief schaufelt mit seinen Frontensystemen die frische Nordseeluft direkt aufs europĂ€ische Festland. Schauer, Gewitter und oft auch lĂ€ngerer Dauerregen bei Temperaturen unter 20 Grad sind die Folge.

Das Islandtief und ein Ritterturnier

Wenn man das Wetter lange beobachtet, stellt man fest, dass dieser zweitĂ€gige Dauerregen im Juli keine Seltenheit ist. Insbesondere die Gebiete sĂŒdlich der Donau und an den Alpen kennen das. Urplötzlich wird es sogar fast herbstlich. Vorher und nachher ist es sonnig und heiß mit nur vereinzelten Gewittern.

Ein gewisses Ritterturnier in Kaltenberg kennt das auch. Eines der Wochenenden im Juli findet regelmĂ€ĂŸig im kalten Regen statt. Eine gewisse EselsbrĂŒcke, wenn man so mag. Aber die Veranstalter könnten sicherlich darauf verzichten.

Das Azorenhoch kommt – zumindest sein Ableger

So. Nun hat uns das Islandtief die Wasserspeicher einigermaßen gefĂŒllt. Der Natur wird es zwar mancherorts zu wenig gewesen sein. Dennoch. Die Wohnungen sind durchgelĂŒftet. Wir können wieder durchschlafen. Aber: Nicht mehr lange!

Ganz typisch nach diesem Herbsteinbruch streckt sich das Azorenhoch wieder nach Osten aus. Dieser Ableger verbindet sich mit dem Hochdruckgebiet ĂŒber dem westlichen Russland zu einer sogenannten HochdruckbrĂŒcke. Mit ein paar Gewittern als Unterbrechungen dĂŒrfte sich nun gute drei Wochen heißes Hochsommerwetter einstellen.

Badespaß. Biergarten. Faulenzen. Eis essen. Am Besten alles zusammen. Das große Sommerfinale sollte nun genutzt werden…

Island – Wolken und Faszination

Hier geht es zu weiteren BeitrÀgen in den Top Themen.

Weitere Informationen zu dem bekannten Tief aus Island.

Ein entsprechender Bericht ĂŒber den vielen Regen in SĂŒdbayern.

Das Islandtief schickt nahezu in jedem Juli einen TiefauslÀufer. TiefhÀngende Nimbostratus Wolken sind die Folge.

Nimbostratus entstehen bei lÀnger anhaltendem Dauerregen.

 

 

Sommerwetter – ganz normal

Der Juni bringt endlich normales Sommerwetter

Anfang Juni war es noch heiß und unwettertrĂ€chtig. Die Wetterlage war durch wenig Bewegung gekennzeichnet. Kaum Wind, viele Gewitter, die langsam zogen und fĂŒr Überschwemmungen sorgten. Jetzt aber sind wir endlich zum ganz normalen Sommerwetter zurĂŒckgekehrt. Die mitteleuropĂ€ische Westwindwetterlage.

Wetter vom Atlantik und Zwischenhochs

Man hat nach den rekordwarmen Monaten April und Mai es schon erwartet. Irgendwann musste es ja so kommen. Der ganz normale Sommer ist zurĂŒck. Kurz heiß, dann Gewitter und AbkĂŒhlung und alles wieder von vorne. Diese Wetterlage nennt man mitteleuropĂ€ische Westwindwetterlage. Sie ist bei uns der Normalfall und wird vom Atlantik beeinflusst.

Der Ablauf bei dieser Wetterlage erfolgt immer nach diesem Schema: ein Tief ĂŒber Großbritannien sorgt fĂŒr SĂŒdwestwinde. Aus Spanien und SĂŒdfrankreich kommen sehr warme Luftmassen zu uns. Unter Zwischenhochdruck ists bei uns sonnig und ĂŒber 30 Grad heiß. Dann nĂ€hert sich das Tief, die Luft wird schwĂŒl. Gewitter sind die Folge.

Die Kaltfront des Tiefs hats hĂ€ufig in sich. Mit Pauken und Trompeten wird die heiße Luft nach Osteuropa abgelenkt. Bei uns wirds spĂŒrbar kĂŒhler und wechselhaft. Aber: es folgt auch wieder ein Zwischenhoch. Mit? Genau: einer kurzen, heißen Phase. Und das Spielchen geht von vorne los.

Azorenhoch bringt die Rettung – aber wann?

Die derzeitige Wetterlage bleibt uns schon noch ein wenig erhalten. Einmal eingespielt hĂ€lt das drei, vier Wochen an. Die Rettung wĂ€re ein sogennanter Ableger des Azorenhochs. Dabei dehnt sich das Hoch ĂŒber den Azoren weiter nach Osten aus. Der Luftdruck steigt erst ĂŒber Frankreich an. Anschließend auch bei uns. Ein eigenes Hochdruckgebiet ĂŒber Deutschland entsteht. Bei leichtem Ostwind ist es dann nahezu wolkenlos. Keine SchwĂŒle, keine Gewitter und bis ĂŒber 30 Grad. Bestes Badewetter eben.

Da werden Erinnerungen wach. 2006 hat Franz Beckenbauer höchstpersönlich fĂŒr dieses Hoch gesorgt. Und uns genau zur WM einen Wahnsinns-Sommer beschert.

Die mitteleuropĂ€ische Westwindwetterlage sorgt fĂŒr wechselhaftes Sommerwetter mit hĂ€ufigen Gewittern.

Mammatuswolken entstehen bei Gewittern durch die enormen Winde. In diesem Juni waren diese bereits hÀufig zu sehen.

Hier gehts zu den spekakulÀren Wetter Videos.

Und hier erfĂ€hrst du mehr zu den Sommern frĂŒherer Jahre und zur Westwindwetterlage.