Westwind – Das Wetter im März 2019 mit viel Sturm

Das Wetter im März hält üblicherweise alles parat. Sonne und Frühlingsluft. Dann wieder Schneeschauer und Frost. Dazwischen heftige Regenfälle und Sturm. Das Wetter im März 2019 zeichnet sich aber durch eines aus. Ein Tief jagt das nächste. Diese sorgen für andauerndes Wetter mit starkem Westwind. Eine regelrechte Sturmserie ist dadurch entstanden.

Westwind – Dieses Wetter ist fast aus der Mode gekommen

Schon über 30 Tiefs jagten seit Jahresbeginn über uns hinweg. Derzeit rauschen im 48 Stundentakt Tiefdruckgebiete vom Atlantik über Europa. Vor dem Tief mit milden Südwestwinden. Erst Sonne und frühlingshafte 15 Grad. Dann folgt die Kaltfront mit Sturmböen. Ein Temperatursturz sorgt für winterliches Wetter und Schneeschauer.

Es scheint fast so, dass das Westwind Wetter das nachholen will, was es letztes Jahr verpasst hat. Und dabei ist es die Wetterlage, die in Europa die häufigste ist. Also eigentlich ganz normal.

Was ist aber das Besondere im März 2019? Wie schon seit einigen Jahren zu beobachten, halten sich die jeweiligen Wetterlagen über viel längere Zeiträume. Das kommt uns im Falle von Hochdruck zugute. Über drei Wochen Sonne am Stück beschwert man sich nur ungern.

Doch eine länger anhaltende Westwindwetterlage wird meist gefährlich. Die Tiefs kommen rasch vom Atlantik mit hoher Geschwindigkeit und gleicher Zugbahn. Dabei gibt es keine Verschnaufpause. Von Tief zu Tief werden die Spitzenböen heftiger. So entsteht eine regelrechte Sturmserie. Die oft in einem Orkan gipfelt. Also mit Windgeschwindigkeiten über 117 km/h. Das muss zwangsläufig zu Schäden in der Natur und an Gebäuden führen.

Bereits Anfang 2018 kam es zu einer ähnlichen Wetterlage.

Auch in weiteren Beiträgen bin ich schon näher auf das Thema Westwindwetter eingegangen. Auch Sven Plöger beschäftigt sich damit.

Positiver Nebeneffekt: viel Regen

Einen positiven Nebeneffekt erzielt diese Wetterlage dennoch. Das enorme Niederschlagsdefizit und die Trockenheit des letzten Jahres wird durch kräftige Niederschläge etwas gemindert.

Bei der Intensität von Regen wird in der Wetterbeobachtung übrigens folgende Definition verwendet:

  • leichter Regen: 0,1 bis 0,5 Liter je Quadratmeter in einer Stunde
  • mäßiger Regen: 0,5 bis 4 Liter je Quadratmeter in einer Stunde
  • starker/ergiebiger Regen: 4 bis 10 Liter je Quadratmeter in einer Stunde

Wann kommt der Frühling?

Der Frühling hat doch schon begonnen, oder? Am 1. März ist jeweils der meteorologische Frühlingsanfang. Dieser ist aber nicht mit dem Wettergeschehen gleichzusetzen. Auch im März und April kommt es noch zu winterlichen Episoden. Der Grund ist recht einfach. Die kompletten Monate März, April und Mai sind für Wetterbeobachter statistisch besser zu vergleichen.

Der astronomische Frühlingsanfang ist in diesem Jahr am 20. März. Ab diesem Tag ist es länger hell als dunkel. Sprich zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang liegen dann mindestens 12 Stunden. Dies gilt dann bis zum 23. September 2019.

Mehr dazu auf www.hundertjaehriger-kalender.com

Blauer Himmel und tiefe hellgraue Wolken im Wechsel. Dies ist typisch für Westwind Wetter.

Schnellziehende, tiefe Wolken. Das zeichnet typisches Westwind Wetter aus.

Sommerwetter – ganz normal

Der Juni bringt endlich normales Sommerwetter

Anfang Juni war es noch heiß und unwetterträchtig. Die Wetterlage war durch wenig Bewegung gekennzeichnet. Kaum Wind, viele Gewitter, die langsam zogen und für Überschwemmungen sorgten. Jetzt aber sind wir endlich zum ganz normalen Sommerwetter zurückgekehrt. Die mitteleuropäische Westwindwetterlage.

Wetter vom Atlantik und Zwischenhochs

Man hat nach den rekordwarmen Monaten April und Mai es schon erwartet. Irgendwann musste es ja so kommen. Der ganz normale Sommer ist zurück. Kurz heiß, dann Gewitter und Abkühlung und alles wieder von vorne. Diese Wetterlage nennt man mitteleuropäische Westwindwetterlage. Sie ist bei uns der Normalfall und wird vom Atlantik beeinflusst.

Der Ablauf bei dieser Wetterlage erfolgt immer nach diesem Schema: ein Tief über Großbritannien sorgt für Südwestwinde. Aus Spanien und Südfrankreich kommen sehr warme Luftmassen zu uns. Unter Zwischenhochdruck ists bei uns sonnig und über 30 Grad heiß. Dann nähert sich das Tief, die Luft wird schwül. Gewitter sind die Folge.

Die Kaltfront des Tiefs hats häufig in sich. Mit Pauken und Trompeten wird die heiße Luft nach Osteuropa abgelenkt. Bei uns wirds spürbar kühler und wechselhaft. Aber: es folgt auch wieder ein Zwischenhoch. Mit? Genau: einer kurzen, heißen Phase. Und das Spielchen geht von vorne los.

Azorenhoch bringt die Rettung – aber wann?

Die derzeitige Wetterlage bleibt uns schon noch ein wenig erhalten. Einmal eingespielt hält das drei, vier Wochen an. Die Rettung wäre ein sogennanter Ableger des Azorenhochs. Dabei dehnt sich das Hoch über den Azoren weiter nach Osten aus. Der Luftdruck steigt erst über Frankreich an. Anschließend auch bei uns. Ein eigenes Hochdruckgebiet über Deutschland entsteht. Bei leichtem Ostwind ist es dann nahezu wolkenlos. Keine Schwüle, keine Gewitter und bis über 30 Grad. Bestes Badewetter eben.

Da werden Erinnerungen wach. 2006 hat Franz Beckenbauer höchstpersönlich für dieses Hoch gesorgt. Und uns genau zur WM einen Wahnsinns-Sommer beschert.

Die mitteleuropäische Westwindwetterlage sorgt für wechselhaftes Sommerwetter mit häufigen Gewittern.

Mammatuswolken entstehen bei Gewittern durch die enormen Winde. In diesem Juni waren diese bereits häufig zu sehen.

Hier gehts zu den spekakulären Wetter Videos.

Und hier erfährst du mehr zu den Sommern früherer Jahre und zur Westwindwetterlage.

Orkan – Immer wieder der 18. Januar

Immer wieder Mitte Januar – Orkan über Deutschland

Wie die Tiefs nun heißen mögen. Damals im Jahre 2007 ein selten skuriller Name Kyrill, diesmal Friederike – ohne c… Egal. Eins verbindet beide. Ein Orkan im dichtbesiedelten Flachland ist immer verheerend und schlimm zugleich. So emotional Wetter sein kann und mag, das ging eindeutig zu weit, lieber 18. Januar!

Aber warum immer Mitte Januar?

Grundzutaten für Orkane über Deutschland sind immer eine Westwindwetterlage im Winterhalbjahr. Das heißt Tiefdruckgebiete rauschen vom Atlantik direkt über Frankreich, Benelux zu uns nach Mitteleuropa herein. Oft sind es mehrere Tiefdruckgebiete hintereinander.

Diese rasche Abfolge der Tiefdruckgebiete ermöglicht der Atmosphäre keinerlei Verschnaufspause. Es kann kein Zwischenhoch entstehen, welches die Atmosphäre mal zur Ruhe kommen lassen würde und der Wind sich abschwächte. Nein. Immer weitere Sturmtiefs sind die Folge.

Hier mein Beitrag zum Sturmtief Brunlind

Derartige Wetterlagen beginnen, wie auch in diesem Winter, bereits im Dezember. Schon spannend. Vor dem Tief wird milde Luft aus dem Südwesten Europas angesogen, bei Abzug des Tiefs folgt kalte Polarluft mit Schneeschauern und Wintergewittern. Nur, wenn diese Konstellation über mehrere Wochen anhält, verstärken sich diese Tiefs zunehmend und werden immer intensiver. Letztendlich entstehen dann immer stärkere Stürme, die im Jahr 2007 und 2018 just am 18. Januar in verheerenden Orkanen gipfelten.

Wie kommen wir hier raus? Mit einem Hoch!

Dieses Hochdruckgebiet müsste sich über Skandinavien bilden und festsetzen. Um ein Hoch fließen Luftmassen immer im Uhrzeigersinn. Heißt also wir hätten leichten bis mäßigen Ostwind, der Zustrom vom Atlantik wäre gestoppt, die Tiefdruckgebiete können nicht mehr nach Mitteleuropa hereinrauschen. Dann gäbe auch endlich der Winter sein Stelldichein. Denn in den doch noch langen Nächten, würde sich die Luft stark abkühlen und uns dann bitterkalte Fröste und auch tagsüber im Dauerfrostbereich bescheren.

Hier auch ein ganz interessanter Beitrag der FAZ zu diesem Thema: Warum ist das Wetter derzeit so extrem