Weiße Weihnachten 2018 – wieder nicht

Alle Jahre wieder! Die Frage der Fragen beim Wetter. Gibt es weiße Weihnachten 2018? Mit der Antwort nein liegt man (fast) immer richtig. Die wohl fünf wichtigsten Stunden im Wetterjahr. Und so häufig wird man enttäuscht. Der Traum der weißen Weihnacht – zerplatzt! Aber woran liegt es? Warum wird es immer genau an Heiligabend warm?

Weihnachtstauwetter – die Singularität

Das Thema habe ich bereits im Beitrag Besonderheiten beim Wetter näher beleuchtet. Ein immer wieder zur gleichen Zeit auftretendes Wetterereignis nennt man in der Wetterbeobachtung Singularität. Eines der bekanntesten ist das Weihnachtstauwetter.

Das Wetter im Dezember ist oft durch Tiefdruck geprägt. Ein paar Tage mild und regnerisch. Dann folgt die Kaltfront mit Schnee. Der folgende kurze Zwischenhocheinfluss sorgt für ein paar Tage Winter. Danach geht das Spiel von vorne los.

Und jetzt kommt’s! Genau am 23. Dezember liegt Mitteleuropa auf der warmen Seite des Tiefs. Die Südwestlage schaufelt uns direkt aus Spanien warme Luftmassen zu. Tauwetter bis in höchste Lagen. Der zuvor gefallene Schnee schmilzt rasch. Weisse Weihnachten? Wieder mal dahin!

Weisse Weihnachten 2018 – vielleicht doch?

Mit der aktuellen Wettervorhersage vom 16.12.2018 wird es keine weiße Weihnachten 2018 geben:

Grafik mit Temperatur und Wettervorhersage für den Ort Freising.

Quelle Screenshot: www.wetteronline.de

Genau am 23. Dezember kommt es zum markanten Wärmevorstoß aus Südwesten. Davor und danach eher nasskaltes oder sogar winterliches Wetter. Das typische Weihnachtstauwetter eben.

Ein wenig Resthoffnung besteht aber noch. Aus zwei Gründen. Einerseits der Vorhersagezeitraum. Die Wetterlagen im Dezember wechseln sehr schnell. Heißt: Es könnte die milde Luft bereits zwei Tage vorher einströmen. Die Kaltfront mit Schnee käme dann pünktlich zum Fest. Oder eben die zweite Variante: Die kalte Luft ist sehr schwer und lässt sich nur durch starke Tiefs verdrängen. Ist das Tief zu schwach, bleibt die Schneedecke erhalten und es taut nur ein wenig. Matschwetter und Glatteis wären aber dann die negativen Folgen.

Statistik brutal

Das letzte Mal weiße Weihnachten im ganzen Land gab es 2010. Die Statistik sagt, in neun von zehn Jahren kommt es zum Phänomen des Weihnachtstauwetters im Flachland. Oder es ist einfach trocken, kalt ohne Schnee. Die höheren Lagen der Mittelgebirge und Alpen kommen auf eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent im Mittel. Es gibt nur einen Ort in Deutschland, an dem es ganz sicher Schnee geben wird zum Fest: die Zugspitze!

Wie auch immer es kommen mag. Ich wünsche Allen ein schönes Fest. Geruhsame Tage. Und wir träumen einfach weiter. Von den schönsten Wetterstunden im Jahr. Leise und stetig fallende Schneeflocken. Eisblumen am Fenster. Lichterglanz und Weihnachtsduft. Gibt’s denn was Schöneres?

Links Tannenbaum. Viele Schneeflocken. Es liegt sehr viel Schnee.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Traum einer weißen Weihnacht.

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